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Das Beethovenfest Bonn
Jedes Jahr im Herbst zwischen Ende August und Anfang Oktober feiert die Beethovenstadt Bonn das Beethovenfest. Dazu begrüßt sie internationale Spitzenorchester, bedeutende Ensembles, prominente Solisten und vielversprechende Nachwuchskünstler. Beim Beethovenfest treten renommierte Beethoveninterpreten und große Stars auf wie Alfred Brendel, Kurt Masur, Lorin Maazel und Hélène Grimaud. Auch die herausragenden Interpreten einer neuen Generation prägen das Beethovenfest, dazu zählen Paavo Järvi, Gustavo Dudamel, Daniel Hope und Martin Grubinger. Diese und viele weitere Musiker kehren regelmäßig nach Bonn zurück, um beim Beethovenfest Programme zu präsentieren, die sie exklusiv für das Festival erarbeiten.
Repertoire und Dramaturgie
Das Beethovenfest Bonn fühlt sich verpflichtet, das Repertoire des 21. Jahrhunderts mitzugestalten. Es erteilt jährlich Kompositionsaufträge, seit der Übernahme der Intendanz durch Ilona Schmiel gab es beim Beethovenfest Bonn 2004 bis 2007 insgesamt 28 Uraufführungen. Zukunftsdenkend und revolutionär sind die Leitlinien der Programmgestaltung Ilona Schmiels, genauso wie Ludwig van Beethoven zu seiner Zeit war.
Innovativ zeigt sich das Beethovenfest nicht nur in der Vergabe von Auftragswerken, sondern auch in dem Ansatz, neue Formen der Auseinandersetzung mit Beethoven und seinem Oeuvre zu fördern. Dazu zählt seit 2006 das Projekt "Look at Beethoven", bei dem junge Medienschaffende ihren Zugang zu Beethoven in Kurzfilmen, Installationen und Videoclips visualisieren. Das Beethovenfest Bonn will mit diesem Projekt ein Treffpunkt für junge Filmemacher und mittelfristig zu einem Forum für den zeitgenössischen Musikfilm werden.
Das erfolgreiche Konzept des Beethovenfestes Bonn - 2008 wurde eine Platzauslastung von 92 Prozent erreicht - beruht auf drei Konstanten:
1. Beethovens Werk ist nicht musealer Inhalt des Festes, sondern unerschöpfliches Kraftzentrum zur lebendigen Auseinandersetzung.
2. Das Programm dient als Plattform der Begegnung und des künstlerischen Austausches zwischen prominenten Stars und hochbegabten Nachwuchsmusikern. In dem hohen Stellenwert, den das Beethovenfest Bonn bei Sponsoren, Medienpartnern und Publikum gewonnen hat, spiegeln sich Richtigkeit und Überzeugungskraft dieses Konzepts.
3. Das Beethovenfest findet nicht nur in Bonn selbst, sondern auch in zahlreichen Ambiente-Spielstätten des rheinischen Umlandes statt.
Beethovenfeste ab 2004
In rund 60 Konzerten und Opernaufführungen stand beim Beethovenfest von 2004 bis 2007 jährlich ein anderer Kulturraum im Mittelpunkt, mit dem Beethovens Werk in Beziehung gesetzt wurde ebenso wie die Musik seiner Zeit, der nachfolgenden Jahrhunderte und unserer Gegenwart. Das Rahmenprogramm beschäftigte sich in weiteren 70 Veranstaltungen, zu denen Lesungen, Ausstellungen und Filme gehören, mit dem Länderschwerpunkt. Auch die Beethovenfeste Bonn 2008 bis 2010 werden thematisch übergreifend in einem Zusammenhang stehen. 2008 lautet das Motto "Macht. Musik.", vom 29. August bis 28. September 2008 beleuchtet das Beethovenfest ausgehend von Beethovens politischem Vermächtnis ideologische Vereinnahmung und Ausgrenzung von Komponisten und deren Werken im 20. Jahrhundert.
Spielstätten
Weit über das Rheinland hinaus findet das Beethovenfest Bonn Beachtung, das für Kulturinteressierte aus aller Welt auch wegen seiner reizvollen Umgebung ein beliebtes Reiseziel ist. Die Spielstätten des Beethovenfestes Bonn sind ganz unterschiedlicher Art, jede ausgewählt eigens als ideales Forum für die jeweilige Darbietung: Der Besucher hat die Möglichkeit, Konzerte nicht nur in Konzertsälen wie der Beethovenhalle Bonn und dem Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses, sondern auch in Kirchen (z.B. St. Evergislus in Bornheim), Museumsräumen (Kunstmuseum, Bundeskunsthalle, Haus der Geschichte), ehemaligen Bundestagsgebäuden (Altes Wasserwerk), Räumen des politischen Lebens (Palais Schaumburg, Grandhotel auf dem Petersberg), historischen Industriebauten (Straßenbahnhalle Dransdorf) und modernen Firmenforen (T-Mobile Forum, Niederlassung der KfW Bankengruppe) zu erleben.
Geschichte
Die Tradition des Bonner Beethovenfestes reicht zurück bis in das Jahr 1845, als zur Einweihung des Beethovenes-Denkmals anlässlich des 75. Geburtstages des Komponisten auf dem Münsterplatz ein dreitägiges Musikfest stattfand. In der heutigen Form als jährlich vier Wochen lang im Herbst stattfindendes Festival besteht das Beethovenfest Bonn seit 1999.
Seit dem 1. Oktober 1998 firmiert die von der Stadt Bonn gegründete und finanziell ausgestattete Internationale Beethovenfeste Bonn gGmbH als Trägerin des Beethovenfestes. Zweiter Gesellschafter neben der Stadt Bonn ist die Deutsche Welle, die mit ihrer Medienleistung für die weltweite Verbreitung des Festivals sorgt. In enger Kooperation mit dem städtischen Orchester, das seit 2003 Beethoven Orchester Bonn heißt, und dem Theater Bonn sucht sich das "neue" Bonner Beethovenfest mit einer dramaturgisch fundierten Programmgestaltung seinen Platz in der dichten Festspiellandschaft des 21. Jahrhunderts. Das Beethovenfest verfügt über eine souveräne künstlerische Gestaltungsfreiheit und ist wirtschaftlich eigenverantwortlich, der Intendant ist zugleich Geschäftsführer der gGmbH. Franz Willnauer leitete das Beethovenfest bis Ende 2003, im Januar 2004 übernahm Ilona Schmiel die Geschäftsführung und Intendanz.
» Bilder/ Infos: www.beethovenfest.de
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